Foto: Bernhard Kogler, www.eyemotion.at

Eiskletterer klettern wie Felskletterer, nur besteht ihre Herausforderung aus gefrorenen Wasserfällen und Eiszapfen. Mit Steigeisen, Eispickel, Eisschrauben, Helm und Seil bezwingen Eiskletterer Eiswände, die sich in der Regel an vergletscherten Bergen befinden. Markus Bendler ist einer dieser Eiskletterer, um nicht zu sagen der weltbeste. 1984 in Innsbruck geboren, klettert der Österreicher seit er 15 Jahre alt ist im Profisport. „Wir haben die Berge hier vor der Tür, so gut wie jeder macht hier etwas am Berg – ob nun Skifahren, Klettern oder Wandern.“ Das mag sein, aber deswegen wird doch nicht gleich jeder Österreicher auch Weltmeister, oder?

Er bezwingt gigantische Wände aus purem Eis und bleibt dabei so bescheiden wie ein Bäckergeselle. Das mag damit zusammenhängen, dass der Weltmeister im Eisklettern Bäckergeselle ist. Im Alter von 16 Jahren absolvierte er eine Ausbildung zum Bäcker, um nachts zu backen und tagsüber zu klettern. Dass er dabei vergaß zu schlafen, machte sich nach fünf Jahren bemerkbar. Sein Körper hielt der Belastung nicht stand, so dass er im Alter von 21 Jahren beschloss sich voll und ganz auf die Kletterei zu konzentrieren.  

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In der Nebensaison ist er Felskletterer und selbständiger Kletterwandmonteur. Anfang November bis April geht dann die Saison los und Markus Bendler arbeitet als Kletterprofi. In dieser Zeit konzentriert er sich auf sein hartes Training und bereitet sich mit Kraftaufbau und spezieller Ernährung auf seine Wettkämpfe vor. Dazu klettert er auch in der freien Natur an gefrorenen Wasserfällen. „Das Schwierige ist nicht den Körper zu trainieren, denn den kann man sehr gezielt trainieren. Eine größere Herausforderung ist das mentale Training. Da hilft es nur, viel klettern zu gehen.“ In dieser Disziplin gibt es keine Gegner.

Der Kampf richtet sich weder gegen den Berg oder Wasserfall noch gegen sich selbst. Es ist der Kampf um die eigene Kraft und Willensstärke. „Wenn ich an einem gefrorenen Wasserfall hänge und mir die Fingerkuppen drohen zu erfrieren, würde ich auch lieber an einem warmen Ofen sitzen. Aber da gibt es auch noch den zielstrebigen Geist, der den Wasserfall bezwingen möchte.“ Mit sich selbst ins Zwiegespräch zu gehen sei auch eine gute Schule für das Leben. „Für alles gibt es eine Lösung. Zu verzweifeln hilft nie. Wichtig ist nur, zu den Entscheidungen zu stehen, die man getroffen hat.“  

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Zwar ist man auch beim Eisklettern gesichert, aber ein Sturz hat hier fast immer Konsequenzen. Die Steigeisen, die man mit sich trägt, Eispickel, Felsvorsprünge, Absätze im Eis – das alles bietet Verletzungspotenzial. „Ein Sturz bedeutet leider meistens auch, eine Verletzung. Man sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass jeder Schritt zählt.“ Ihm selbst sei noch nie etwas Gravierendes passiert, aber durch ein einschneidendes Erlebnis, hätte Markus Bendler das Klettern fast aufgegeben. Es war der Unfall eines Trainingspartners. „Er ist gestorben. Es hätte genau so gut mich treffen können. Damals wollte ich aufhören, aber ich habe es nur drei Tage ohne das Klettern ausgehalten.“ Auf einer Klettertour ist ein Gletscherfels kollabiert und hat den Partner 1,5 Meter neben Markus Bendler unter Eismassen begraben. Seither ist der Profi sehr sensibel für Geräusche und Vibrationen. Bei einem Knacken im Eis stellen sich seine Nackenhaare auf, aber er lässt sich nicht von seiner Angst beherrschen, sondern nimmt wieder den Kampf mit sich selbst auf. „Man will sich selbst beweisen, dass man sich nicht in die Knie zwingen lässt und ermahnt sich die Zähne zusammen zu beißen.“ Das macht doch einen Echten Teufelskerl aus.  

Vielleicht ist Markus Bendler aber auch einfach ein Echter Teufelskerl, weil er nicht für Weltruhm klettert, sondern seiner Leidenschaft und Berufung folgt. „Klar klettert man als Profi um etwas zu erreichen, aber den Weltmeistertitel habe ich ja jetzt.“ Heute ginge es ihm eher um Freude und Spaß und nicht darum auf Kosten eines enormen Erfolgsdrucks hohen Erwartungen gerecht zu werden und sich dabei selbst zu verlieren. Das macht ihn in all seiner Bescheidenheit einfach zu einem doppelten Echten Teufelskerl.

Weitere Informationen zu unserem Teufelskerl Markus Bendler und zum
Eisklettern allgemein findet ihr hier:

Markus Bendler:
Offizielle Seite: www.markusbendler.at
Hier geht's zu seiner Facebook-Gruppe

Überblick zum Eisklettern:
www.eisklettern.com/
Weitere Infos gibt's auch auf www.klettern.de/ und beim www.alpenverein-muenchen-oberland.de/

Eiskletterkurse unter anderem bei:
www.alpinewelten.com/alpenwinter/eisklettern/
www.bergzeit.de/eiskletterkurs.html
www.clubvertikal.com/pages/eisklettern.htm

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