Ihr seid zwar schon lange Musiker und habt viel Live-Erfahrung mit anderen Bands, aber in dieser Konstellation geht Ihr ganz frisch an den Start. Gibt es so was wie die Geburtsstunde der SuggarDaddys?


Felix: „Schwer zu sagen. Unser erster Gig war eher so eine öffentliche Probe, die ich spontan bei  Facebook gepostet hatte. Da wir für den Abend irgendeinen Namen brauchten, hab ich uns einfach SuggarDaddys genannt. Weil uns dann nichts Besseres einfiel, außer so Sachen wie „Nikolaus Wiedecke und die Halbleichen“, ist es dabei geblieben. Der erste Gig mit ein paar mehr Leuten war am 20. August zur Eröffnung meines Tonstudios.“

Wo reiht Ihr Euch musikalisch ein?


Felix: „Wir spielen Psychedelic Funk-Rock mit deutschen Texten. Irgendwas zwischen James Brown und den Red Hot Chilli Peppers. Oder zwischen Hildegard Knef und Stevie Wonder. Vom Groove her gibt´s da schon Gemeinsamkeiten.“


Habt Ihr schon Einnahmen mit der Band?


Felix: „In großen Städten zahlen die Leute noch Geld dafür, dass sie überhaupt in Clubs spielen dürfen. Wir haben bisher nur das bisschen Kohle für die Fahrt mit dem Taxi nach Hause verdient.“
Dominic: „Kohle ist nicht so wichtig. Selbst, wenn wir mit der Band nichts verdienen sollten, werden wir trotzdem immer weiter Musik machen!“


Habt Ihr ein Bandritual? Wie laufen die Proben ab?


Felix: „Wir treffen uns sonntags immer zum Frühstück im Tonstudio. Dieser Ort ist einfach ein grandioser Ort der Freiheit. Jeder bringt was mit und dann fangen wir an und brunchen und jammen bis 20 Uhr.“


Was ist der Kick, wofür brennt Ihr?


Dominic: „Es ist das Zelebrieren. Das gemeinsame Spielen. Wenn es groovt, macht es so´n Spaß, da geht man einfach vollkommen darin auf. Mehr geht nicht!“


Wie spürt Ihr das?


Dominic: „Alles, was mit Worten beschrieben werden kann, verliert an Bedeutung! Es ist Ekstase und könnte ewig so weitergehen. Mein Kopf ist dann einfach leer.“
Felix: „Stimmt. Wenn wir eingeloggt sind, fühlt sich die ganze Band an wie EIN Körper. Ein Gefühl, das den ganzen Raum beherrscht. Im Optimalfall gehört das Publikum dann zum Körper dazu und spürt die gleiche Energie.“

Was haltet Ihr von gecasteten Bands?


Dominic: „Castingshows – da denk ich oft an den Film Truemanshow – da wird von Anfang an was kreiert. Von Leuten im Hintergrund, die die Kontrolle wollen. Alles sehr künstlich. Ich als Berufsmusiker will mich nicht prostituieren und in einer Top40-Band spielen. Ich will bei mir bleiben, deshalb verdiene ich mir mein Geld als Gitarrenlehrer.“


Wie seht Ihr das Comeback von Take That, ursprünglich ja auch eine gecastete Band.


Felix: „Mit 18 hab´ ich solche Bands gehasst, weil Mainstream für mich einfach nicht akzeptabel war. Über die Jahre hab´ ich dann gecheckt, dass die richtig was können. Technik, Produktion und Kreativität müssen immer zusammenkommen. Take That haben da einen extrem guten Job abgeliefert, meine Hochachtung.“


Wann fing bei Euch die Liebe zur Musik an?


Felix: Ich hab´ vier ältere Geschwister, bei uns lief ständig Musik. Einmal im Monat durften wir uns eine Schallplatte für die Familiensammlung aussuchen. Mit acht Jahren hab ich mir dann meine erste AC/DC-Platte gekauft. Musik ist das, was ich will und liebe. Mein Privatleben und mein Arbeitsleben sind eins.“
Dominic: „Meine erste Musikkassette war von Karat. Ich hab die Texte zwar nicht verstanden, aber ich hab immer mit Kopfhörern im Bett gelegen und geträumt. Ich hatte auch eine Barry Manilow Kassette. Dann erinnere ich mich an Ritchie Blackmore von Deep Purple; die Bilder von ihm in dieser Ganzkörperschlauchhose und auf hohen Hacken, und wie der Verstärker auf der Bühne in Flammen aufging. Ich fand das super! Ich hab dann zum Geburtstag eine E-Gitarre gekriegt und so einen alten Verstärker von meinem Onkel. Das klang aber grausam. Aber dann hab ich mir so einen Shredmaster geholt. Und mit diesem Kultverzerrer klang ich auf einmal wie Ritchie Blackmore. Ich WAR Ritchie! Und total platt. Danach hab ich nie wieder Hausaufgaben gemacht!“


Wie sind Eure Pläne für 2011?


Felix: „Wir wollen ein Album aufnehmen. Aber wir brauchen noch ein paar mehr Songs. Bislang können wir unser Set auf 1 ½ Std. ausdehnen. Aber auf Alben kann man ja keine 15 Minuten langen improvisierten Stücke packen...“


Sex, Drugs & Rock´n Roll! Passt das zu den SuggarDaddys?


Dominic: „Das Motto bedeutet für mich Freiheit. Heißt: Alles findet statt. Drugs sind nicht so angesagt, aber Sex natürlich! Ich finde, wir sind ziemlich Rock´n Roll!“


Na dann: Allzeit Suggar on the Daddys und - Rock It All Over The World!


Interview: Katinka Jaekel talk&write www.talkandwrite.de

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