In der Freizeit bezeichnet man das Fahren nach Lust und Laune als „Freeriden“ und spricht von einer Möglichkeit des Mountainboardens, die sich auf sehr viele Bereiche ausdehnen lässt. Ist man in den Wintermonaten gezwungen oft weite Strecken bis zur nächsten Location auf sich zu nehmen, findet man in jeder Stadt geeignete Spots, um zum Abschalten nach der Arbeit oder zum Spaßhaben am Wochenende seine Runden zu drehen. Um den Spaßfaktor auf die Spitze zu treiben, sollte das Gelände natürlich leicht abschüssig sein, da sonst gute Freunde benötigt werden, die den Boarder fröhlich schieben.

In der Gruppe sorgt gemeinsames Freeriden nicht nur für jede Menge gute Laune, sondern auch bei ahnungslosen Beobachtern für Staunen und Verwunderung – schließlich hat man vorher noch nie „Skateboards mit so großen Rädern“ gesehen. Doch was kann man tun, wenn kein Gelände mit Gefälle in der Nähe ist? In diesem Fall kann man sich den Wind zunutze machen und mit einem geeigneten Kite sowie dem Mountainboard unter den Füßen das „Kite-Landboarding“ (kurz KLB) betreiben. Hierbei sucht man sich bei geeigneten Wetterbedingungen einfach eine geeignete freie Fläche aus und lässt sich vom Kite ziehen – dabei sind bei richtiger Technik auch spektakuläre Sprünge wie beim Vorbild „Kiteboarding“ auf dem Wasser möglich! Die Anzahl an interessierten Boardern auf diesem Gebiet hat in letzter Zeit besonders zugenommen. Die gute Kommunikation zwischen ihnen erleichtert den Einstieg vom Kauf des richtigen Materials bis zu den wichtigsten Tipps und Tricks.

Die Wettbewerbsdisziplinen bei den internationalen Wettbewerben teilen sich in Downhill, Boarder-X und Freestyle auf.

Nachdem die ersten wertvollen Punkte gesammelt worden sind, setzt sich aus den Platzierungen vom Downhill die Reihenfolge beim Boarder-X zusammen. Hier wird im K.-o.-System mit jeweils zwei Läufen (bei Gleichstand gibt es einen dritten Lauf) über eine breitere Strecke als beim Downhill gefahren. Körperkontakt lässt sich besonders in engen Passagen nicht immer verhindern und gibt dieser Disziplin neben dem Kampf „Boarder vs. Boarder“ einen ganz

besonderen Aspekt der Spannung. Durch Stürze oder Fahrfehler lässt sich beim Boarder-X im Vorfeld nie genau sagen, wie ein Lauf letzten Endes ausgeht, da selbst vermeintlich schwächere Boarder die Stärkeren überholen und somit in die nächste Runde kommen können. Nach den Viertel- und Halbfinalen stehen sich dann im Finale die beiden Boarder gegenüber, die sich bisher gegen alle anderen durchgesetzt haben, und geben bei den letzten Läufen, die nach einem längeren Tag schon gehörige Kondition verlangen, natürlich alles.

Für jede Disziplin werden ähnlich wie bei der Formel 1 Punkte vergeben, die am Ende eines Events zusammengezählt werden – daraus ergibt sich dann der Gesamtsieger. Mit dem Downhill bezeichnet man den einzelnen Kampf gegen die Uhr über eine festgelegte Strecke, die mit der Verbindung aus anspruchsvoller Streckenführung und hoher Geschwindigkeit viel Können und Geschick vom Boarder verlangt.

Im Regelfall hat man drei Versuche, die Strecke als Schnellster zu absolvieren, wobei auch nur die schnellste Zeit zählt. Besonders spannend laufen daher meistens die letzten Läufe der einzelnen Boarder ab, da auf der einen Seite die Strecke nach einer ersten Eingewöhnung bekannt ist und auf der anderen Seite die Zielzeiten immer dichter beieinanderliegen – jeder Fahrfehler kostet dann wertvolle Sekunden.

 

Am letzten Tag eines solchen Wochenendes wird dann die wohl spektakulärste und beim Publikum beliebteste Disziplin absolviert - der Freestyle. Hierbei bewertet eine Jury nach einem festgelegten Bewertungsmuster den „Run“ eines einzelnen Boarders über verschiedene Obstacles wie z. B. Rails von der Anfahrt bis zu dem Sprung und der Landung, da nur ein gestandener Sprung die maximale Anzahl an Punkten ergibt. Beim Sprung selbst achten die Judges besonders auf Höhe, Style und natürlich die Schwierigkeit des Sprungs an sich – je verrückter, desto mehr Punkte gibt es. Bei dieser Disziplin sind dieselben Drehungen, Überschläge und Grabs wie beim Snowboarden möglich, wobei es bei der Landung allerdings keine Möglichkeit gibt Fehler durch „Rutschen“ (z.B. nach einer Drehung) zu vertuschen, da die Reifen beim Bodenkontakt direkt greifen.

Daher liegt beim Freestyle der besondere Reiz in der Verbindung aus anspruchsvollen Sprüngen und der Gefahr, sich bei der Landung auch mal richtig hinzulegen, was durch die Schutzausrüstung jedoch meistens gefährlicher und schmerzhafter aussieht, als es wirklich ist.

Diese drei Wettbewerbsdisziplinen lassen sich natürlich auch unter freizeitlichen Bedingungen ausüben, da im Hinblick auf den Freestyle besonders in Großstädten jede Menge Skateparks dazu einladen, für ein wenig Wirbel unter den eingefleischten Skateboardern zu sorgen, die meistens nach eigener Aussage „mit diesen Dingern hier niemals fahren würden“ – bei einem lockeren Gespräch gibt es aber logischerweise auch die Möglichkeit, es mal selbst zu probieren.

Fasst man also die verschiedenen Möglichkeiten des Mountainboardens mit Freestyle, Kite-Landboarding und den Disziplinen Downhill, Boarder-X und Freestyle zusammen, so erkennt man, dass nicht nur für jeden Mut und jedes Können etwas dabei ist, sondern auch für jedes Alter. Oft wird Mountainboarden als Extremsportart bezeichnet, die nur für eine „verrückte“ Gruppe von Jugendlichen gedacht ist, da das Verletzungsrisiko ziemlich hoch zu sein scheint – dies ist jedoch nicht der Fall. Durch einen sicheren Einstieg in einer der Mountainboardschulen kann jeder Mountainboarder seine Geschwindigkeit an sein Können und seinen Mut anpassen, sodass sich dieser Sport als idealer Ersatz für den Wintersport für die gesamte Familie eignet.

Internet: www.atbagermany.de

 

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