
Wie kamst du zum Freestyle-Fußball?
„Das ist 5 Jahre her. Wir waren zu Besuch bei meinem Cousin. Er hat mir auf YouTube ein Video gezeigt, da hat mich der Bann gepackt und seitdem nie wieder losgelassen. Dieser Tag hat mein Leben verändert!“
Trainierst du dich selbst?
„Ja, aber auch den Nachwuchs an einer Grundschule in Neuss. In einer Freestyle-AG. Das ein oder andere Talent ist schon dabei. Mir macht das Spaß, so ein Kinderlächeln zu sehen, diese strahlenden Augen!“
Kannst du von deinem Sport leben?
„Wenn jeder Monat so gut laufen würde wie jetzt in der WM-Zeit, ja! Aber manchmal gibt´s auch schlechte Monate. Deshalb mache ich ab August eine Ausbildung zum Einzel- und Großhandelskaufmann. Bei einer Freestyle-Firma in Neuss. Mein Chef dort ist ein Supertyp und gleichzeitig mein Sponsor!“
Spielst du auch „richtig“ Fußball?
„Ich war mal in der A-Jugend von Fortuna Düsseldorf, jetzt spielen die 2. Bundesliga. Dann hatte ich leider viele Rückschläge, hab mir Arm und Schienbein gebrochen. Wenn jemand meckert, du kannst doch nur Tricks, sag ich ihm: Komm wir spielen Eins zu Eins. Dann sehen wir mal, wer gewinnt. Ich hab´ leider auch viele Neider.“

„Beweglichkeit und Kreativität, Kontrolle, Koordination und Gleichgewichtssinn. Freestyle ist Entertainment. Da stehst du als Star im Mittelpunkt, auf´m Fußballplatz sind es 11 Leute. Im Laufe der Jahre habe ich meinen eigenen Style entwickelt. Mit dem vierfachen Crossover 360 Grad bin ich Weltrekordhalter, stehe sogar im nächsten Guinnessbuch.“
Hast du bei deinem Bekanntheitsgrad eigentlich noch Zeit für die Liebe?
„Ich hab seit 2 Jahren ´ne Freundin. Eine Cheerleaderin. Wir haben uns über Schüler-VZ kennengelernt.“
Großes Thema: Fußball-WM! Hast du einen persönlichen Topstar?
„Mein Topstar ist nicht Ronaldo, wie jetzt alle sagen würden, sondern Lionel Messi. Der ist so´n Spielertyp wie ich. Klein, dynamisch, sehr enge Ballführung.“
Wer sind deine WM-Favoriten?
„Argentinien, Spanien und Italien.“
Was, unsere Jungs nicht?! Wo siehst du Deutschland?
„Deutschland ist ja eine Turniermannschaft. Ich wünsch mir, wir kommen bis ins Finale. Wenn alles gut läuft, spielen wir da gegen Italien.“
Fieberst du eigentlich richtig mit bei der WM?
„Ja schon, aber immer mit einem gebrochenen Herzen. Denn wenn ich das im Fernsehen gucke, denke ich schon, dass ich da jetzt in Südafrika dabei sein könnte. Gerade, wenn mir Leute sagen: „Mensch, du bist doch super!“ Das tut schon ganz schön weh.“

Das klingt ja traurig…
„Na klar. Ich hatte auch schon ´ne kleine Depression. Weil ich dachte: Mensch, du bist kein richtiger Fußballer geworden. Da hab ich mich echt niedergemacht. Mittlerweile ist es okay, wie mein Leben bislang gelaufen ist.“
Worauf bist du richtig stolz?
„Dass ich beim Freestyle immer dran geblieben bin. Dass ich mir ein Ziel gesetzt habe, professionell und bekannt zu werden. Und dass ich weitergearbeitet habe all die Jahre, auch wenn andere gesagt haben, du kannst nichts. Meine Eltern stehen hinter mir und meine Kumpels finden das geil.“
Und Du bist erst 20! Du kannst doch auch noch Profifußballer werden...
„Ich könnte auf jeden Fall sofort anfangen, muss nur warten, dass mich jemand entdeckt.“
Wir können ja hier einen Aufruf machen...
„Okay (lacht), also: Hallo liebe Trainer! Ich bin Mehmetcan, ich bin ein Teamplayer und großes Talent. Wenn dieses Talent verloren geht, wär´s schade. Ich muss damit unbedingt auf den Rasen!“
Ich drück´ dir die Daumen, dass es klappt!
Interview: Katinka Jaekel
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