
Trockene Hitze. Am Ende der Landstraße, die im Horizont verschwindet, flimmert die Luft. Wir sind auf dem Weg von Kalifornien nach Arizona und sitzen fest im Sattel der Windhunde. Im Stromliniendesign glitzert das Metall wie ein Parabolspiegel in der Sonne.
1938 wurde der Industriedesigner Raymond Loewy von dem amerikanischen Busliniengesellschaft Greyhound Lines, Inc. beauftragt einen Omnibus zu kreieren, der auch in Kilometer weiter Entfernung noch zu sehen ist. Im Jahr 1914 gegründet, transportierte das Unternehmen Bergleute von Hibbing nach Alice in Minnesota. Fahrpreis: 15 Cent. Die Firma, die einen Greyhound, also einen Windhund, zum Logo des Unternehmens machte, wuchs schnell und hatte schon bald Routen im gesamten Land und über die Landesgrenzen hinaus.
Loewy gilt als Begründer des Stromliniendesigns, dessen Stil durch kurvige stromlinienartige Formen, eine lange horizontale Linienführung sowie nautische Elemente besticht. Wie auch das Lucky Strike- und das Coca Cola-Logo, die beide ebenfalls aus seiner Feder stammen, entspricht auch das Design des Greyhound-Busses einem zeitlosen Design, das beinahe moderner wirkt, als zeitgenössische Entwürfe.

Der Fotograf, Kai Georg, dürfte nicht nur der größte Fan der Greyhound-Busse sein, sondern ist mit zwölf Fahrzeugen auch stolzer Besitzer der größten Sammlung weltweit. „Als ich den ersten Greyhound gesehen habe, war es Liebe auf den ersten Blick. Die Greyhound-Busse sind der Inbegriff von Ästhetik und Harmonie – goldener Schnitt pur. Zeit meines Lebens beschäftige ich mich mit Design, aber ich habe nie etwas gesehen, dass so vollkommen ist.“ Und tatsächlich sind die Busse nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr funktionell. Bereits nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Busse mit Sicherheitsglas, wie wir heute sagen würden, ausgestattet. Jedes Fenster wurde als Notausgang konzipiert und das Metall ist wie Bienenwaben genietet und nicht geschweißt, so dass es nicht reißen kann. Die Busse sind rahmenlos, was sie insgesamt leichter und somit schneller und ökonomischer macht. Der Rumpf, der dem eines Flugzeugs gleicht, lässt den Greyhound nur so durch die Luft gleiten. Die Bauweise der Busse ermöglicht überhaupt erst, dass sie zig Millionen Kilometer zurücklegen konnten – fortwährend, denn der Vater der größten Greyhound-Sammlung schickt seine Hunde nach wie vor ins Rennen.

Kai Georg sucht seine Busse und wenn er sie gefunden hat rettet er sie, wie er selbst sagt. „So viele gibt es nicht mehr, weil der Metallpreis so hoch ist. Die Busse sind richtig wertvoll und werden teilweise für 20.000 Dollar verscherbelt und zerlegt.“ Wenn er sie in Amerika findet, dann werden sie vor Ort restauriert. Dazu hat er sich ein Netzwerk sprichwörtlich „alter“ Fahrer aufgebaut, die die Busse damals noch gefahren sind und in und auswendig kennen. Ebenso wie die Busse, sterben auch deren damalige Fahrer langsam aus. Auch für sie ist es ein schönes Erlebnis, die alten Hunde wieder auf der Straße zu sehen. Die Umbauten und der Transport sind mit „Blood, Sweat ans Tears“ verbunden, also mit Blut, Schweiß und Tränen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Jeder einzelne von meinen Hunden ist anders, wenn man sie gut behandelt, dann geben sie das auch zurück“, so der Besitzer liebevoll über seinen Fuhrpark.

Besonders stolz ist er auf seinen Hund im Jim Beam-Design. Damals ist er gezielt an Jim Beam herangetreten, weil er bereits vor dem Umbau sehen konnte, wie gut die beiden Marken zusammenpassen. „Das Amerikanische, Urtypische und Traditionelle schrie förmlich nach einer Vereinigung. Sowohl Jim Beam, als auch die Greyhound-Busse sind echte Klassiker – in Image, Stil und Design.“ Sechs Monate hat der Umbau und die komplette Restauration gedauert. Kai Georg war dabei stets auf Originalität und Stimmigkeit bedacht. Aus einem Langstreckenbus mit 37 Sitzen wurde so eine Jim Beam-Lounge mit sexy Ledercouch, Polstern und Holzelementen. Sogar eine Playstation 3 gibt es an Bord.
Als Fotograf hat Kai Georg ein Auge dafür, was zusammenpasst – das Resultat lässt keine Fragen offen. „Mir liegen meine Busse sehr am Herzen. Ich könnte für niemanden einen Bus bauen, den ich nicht selbst gut finde.“ Da haben sich zwei gefunden und wir freuen uns darüber und genießen.
Wer sich einen persönlichen Eindruck verschaffen möchte: Der Greyhound im Jim Beam-Design ist beim Road Trip und bei der nationalen Clubtour red STAG-Party im Einsatz. Beim Road Trip tourt der Bus quer durch Deutschland, ermöglicht Stadtrundfahrten der besonderen Art – Sightseeing geht auch spannend und kurios. Und für echte Glückspilze gibt es einen Trip mit dem Greyhound in den heißesten Club der Stadt – Jim Beam Verkostung und Party-Games inklusive.




