
Mein Hobby hat sich vor etwa 6 Jahren entwickelt. Da haben ein Kumpel und ich eine Möglichkeit gesucht, unsere Ferienzeit halbwegs sinnvoll zu füllen. Eine Gemeinsamkeit war schnell gefunden: Wir hatten jeweils noch ein kapubringttes Mountainbike zuhause liegen. Außerdem wollten wir schon immer mal gerne etwas bauen, somit entschlossen wir uns, aus 2 schrottreifen Rädern ein individuelles Fahrrad anzufertigen. Abgesehen von den beiden Mountainbikes gebrauchten wir noch einige Metallstangen. Diese gehörten zu Gartenstühlen, die eigentlich auf den Schrottplatz gebracht werden sollten. Das Ergebnis ist ein Fahrrad, das durch sein ungewöhnliches Aussehen schnell alle Blick auf sich zieht und aufgrund der ungewöhnlichen Proportionen jede Menge Fahrspaß bringt.

Der folgende Fahrradbau ist ca. das 15. Projekt, aber erst das 2. richtige Fahrradbauvorhaben. Während bei meinem allerersten Fahrradbau das Rad spontan und aus dem entstanden ist, was gerade da war, war hier der gesamte Bau ausführlich geplant. Bevor ich mit der eigentlichen Arbeit angefangen habe, zeichnete ich zunächst verschiedene Entwürfe auf Papier und schließlich mit genauen Bemaßungen am PC. Die benötigten Bauteile überstiegen bei diesem Vorhaben meine eigenen Ressourcen.

Fahrradsattel, Lampen, Mofaräder und Metallrohre habe ich alle gebraucht besorgt. Im Keller (wenn der eigene nicht viel hergibt, dann einfach mal bei Bekannten fragen, was diese nicht mehr brauchen), auf Schrottplätzen und Recyclingbörsen kann man alles finden, was man braucht.
Den Entwurf habe ich anschließend mit Hilfe eines Overheadprojektors auf ein großes Papier geworfen und in Originalgröße aufgezeichnet. Die riesige Zeichnung diente dann als Vorlage, um die Metallrohre genau nach dem Entwurf zu biegen.
Nach meinem Entwurf musste ich 3 Rohre biegen. Eine entscheidende Vorbereitung dazu ist das Füllen mit Quarzsand und das Verschließen der Rohrenden. Der Quarzsand verhindert beim Biegen das Einknicken der Rohre. Anschließend habe ich die Rohre in einem Feuer erhitzt. Die Temperaturen mussten sehr hoch sein, daher habe ich Luft mit einem Kompressor in das Feuer geblasen. Falls kein Kompressor zur Verfügung stehen sollte, kann man auch eine Luftpumpe verwenden, so wie ich es bei meinem ersten Projekt gemacht habe. Dafür sollte man aber die nötige Ausdauer mitbringen.

Nachdem alle Teile fertig gebogen waren, habe ich sie auf dem Boden zurechtgelegt. Nun mussten sie genau zurechtgeschnitten und passend geschliffen werden, damit ich sie miteinander verschweißen konnte.
Um ein Mofarad als Hinterrad einbauen zu können, habe ich die ursprüngliche Nabe entfernt und eine 3-Gang-Fahrradnabe eingeschweißt.
Nachdem alle Teile fertig waren und alles zusammengeschweißt war, konnte die erste Testfahrt gemacht werden. Diese klappte bestens. Das Fahrverhalten war toll und die tiefe Sitzplatzierung absolut genial.
Nun fehlte noch die Lackierung. Zunächst musste das Fahrrad wieder in seine Einzelteile zerlegt werden und der leichte Rost auf den Rohren und überschüssiges Material an den Schweißnähten mussten abgeschliffen werden. Anschließend habe ich das Fahrrad verspachtelt und abgeschliffen. Diesen Vorgang habe ich ein weiteres Mal durchgeführt.
Anschließend konnte die Grundierung aufgetragen werden.






